Vertrag & Alltag
Anbieterwechsel Festnetz und Internet: Die komplette Checkliste in der richtigen Reihenfolge
Ein Anbieterwechsel beim Internet ist kein Hexenwerk, aber er hat viele bewegliche Teile: Verfügbarkeit, Kündigungsfrist, Schaltungstermin, Rufnummer, Router und Bonus-Bedingungen. Wer die Reihenfolge nicht kennt, riskiert doppelte Kosten oder Tage ohne Anschluss. Dieser Ratgeber führt dich in der richtigen Reihenfolge durch den Wechsel, vom ersten Vergleich bis zur letzten Rückgabe. Mit Zeitplan, Checklisten, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Antworten auf häufige Fragen.
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Inhalt
Warum eine Checkliste beim Anbieterwechsel so viel bringt
Du hast einen günstigeren Tarif gefunden oder bist mit deinem Anbieter unzufrieden und möchtest wechseln. Der Gedanke daran schreckt viele ab. Man hat gehört, dass es kompliziert sei, dass das Internet ausfallen könnte, dass man die Nummer verliert oder doppelt zahlt. Solche Geschichten gibt es, aber sie sind meist die Folge schlechter Reihenfolge.
In Wirklichkeit ist ein Anbieterwechsel gut planbar. Der Gesetzgeber hat dafür gesorgt, dass der Wechsel möglichst ohne Unterbrechung ablaufen soll. Der alte Anbieter muss die Leistung bis zum Wechsel weiter erbringen, und der neue Anbieter koordiniert den Termin. Dein Teil ist, die richtigen Schritte zur richtigen Zeit zu tun.
Genau dafür ist diese Checkliste da. Du bekommst eine Reihenfolge, einen Zeitplan und konkrete Aufgaben. Du musst nichts auswendig lernen, sondern kannst Punkt für Punkt abarbeiten.
Wir gliedern den Wechsel in fünf Phasen. In der ersten Phase klärst du, was du hast und was du brauchst. In der zweiten vergleichst du Tarife und prüfst die Verfügbarkeit. In der dritten bestellst du und stimmst Termine ab. In der vierten kündigst du und organisierst Rufnummer und Hardware. Die fünfte Phase ist der Wechseltag und die Zeit danach.
Zu einigen Themen gibt es vertiefende Ratgeber, auf die wir verlinken. Für Fristen und Kündigung lohnt sich Vertragsbindung und Kündigung. Für die Nummer ist Festnetz-Rufnummernmitnahme hilfreich. Und wenn du dabei umziehst, ergänzt Internetanschluss beim Umzug diese Checkliste.
Du kannst den Ratgeber von oben nach unten lesen oder gezielt einzelne Abschnitte nachschlagen. Am Ende findest du eine kompakte Gesamtliste zum Abhaken.
Ein kurzer Hinweis zu Erwartungen: Ein Wechsel dauert in der Regel mehrere Wochen. Das liegt an Kündigungsfristen, Bearbeitungszeiten und Schaltungsterminen. Wer das einplant, ist entspannter. Wer auf den letzten Drücker wechselt, riskiert Lücken.
Plane deshalb mindestens vier bis acht Wochen ein. Wenn Glasfaser neu verlegt werden muss oder ein Techniker nötig ist, auch mehr. Bei einer bestehenden Leitung geht es manchmal schneller, aber verlass dich nicht darauf.
Phase eins: Bestandsaufnahme beim aktuellen Vertrag
Bevor du nach Neuem suchst, schau, was du hast. Eine gute Bestandsaufnahme spart später Zeit und verhindert Fehler. Sammle alle Unterlagen zu deinem aktuellen Vertrag: Auftragsbestätigung, Vertragszusammenfassung, letzte Rechnungen und gegebenenfalls Schreiben zu Preisänderungen.
Notiere die wichtigsten Daten: Kundennummer, Vertragsnummer, Festnetznummer, Vertragsbeginn, Mindestlaufzeit, Laufzeitende, Kündigungsfrist und aktueller Monatspreis. Prüfe auch, ob der Preis sich nach einem Aktionszeitraum erhöht hat oder demnächst erhöht.
Frag dich außerdem, was dir am aktuellen Anschluss gefällt und was nicht. Ist die Geschwindigkeit ausreichend? Gibt es Ausfälle? Stimmt der Preis? Wie ist der Kundenservice? Diese Antworten helfen dir später bei der Auswahl, denn ein Wechsel soll ein Problem lösen und keine neuen schaffen.
- Kundennummer, Vertragsnummer und Festnetznummer notieren
- Vertragsbeginn, Mindestlaufzeit und Laufzeitende prüfen
- Kündigungsfrist und spätesten Tag für die Kündigung ausrechnen
- Aktuellen Monatspreis und Preisänderungen festhalten
- Geliehene oder gemietete Hardware auflisten, inklusive Seriennummern
- Zusatzoptionen notieren: TV, zusätzliche Rufnummern, Sicherheitspakete
- Zufriedenheit und Probleme mit dem aktuellen Anschluss aufschreiben
- Alle Unterlagen in einem Ordner sammeln
Wenn du die Fristen nicht findest, hilft dir ein Blick in den Ratgeber Vertragsbindung und Kündigung. Dort wird erklärt, wie du Laufzeit, Kündigungsfrist und Verlängerung liest.
Klär auch, ob du Sonderkündigungsrechte hast, zum Beispiel wegen einer Preiserhöhung oder anhaltender Störungen. Dann kannst du eventuell früher aussteigen. Dazu brauchst du Belege: die Mitteilung zur Preiserhöhung, Messprotokolle oder dokumentierte Störungsmeldungen.
Und noch ein Tipp: Mach Fotos von deinem Router, seinen Anschlüssen und dem Typenschild. Dort stehen Modell und Seriennummer, die du später bei der Rückgabe brauchst. Das dauert eine Minute und erspart dir Suchen.
Ein Beispiel für eine gelungene Bestandsaufnahme: Anna öffnet ihr Kundenkonto und lädt die Vertragszusammenfassung herunter. Dort sieht sie, dass ihre Mindestlaufzeit in drei Monaten endet und die Kündigungsfrist einen Monat beträgt. Außerdem entdeckt sie, dass der Preis nach dem Aktionszeitraum bereits gestiegen ist, ohne dass sie es bemerkt hat. Anna ist eine erfundene Person, doch diese Entdeckung machen viele erst beim genauen Hinsehen.
Sie notiert sich das Datum für die Kündigung, setzt zwei Erinnerungen und öffnet dann den Tarifvergleich. Weil sie weiß, was sie aktuell zahlt und was sie braucht, kann sie Angebote viel besser einordnen.
Die Bestandsaufnahme dauert eine halbe Stunde, spart aber später oft Stunden. Wer sie überspringt, vergleicht ins Blaue und merkt erst nach dem Abschluss, dass der neue Tarif gar nicht besser ist.
Tipp: Frag auch Mitbewohner oder Familienmitglieder, ob sie Unterlagen oder Zugangsdaten zum Kundenkonto haben. Oft ist der Vertrag auf eine andere Person im Haushalt abgeschlossen.
Bedarf klären: Was brauchst du wirklich?
Der Wechsel ist die Gelegenheit, den Bedarf neu zu bestimmen. Viele zahlen für mehr Geschwindigkeit, als sie nutzen, oder haben zu wenig und ärgern sich über Ruckeln. Überlege, wie viele Personen im Haushalt leben, welche Geräte gleichzeitig online sind und was ihr nutzt: Streaming, Videocalls, Homeoffice, Gaming, Smart Home.
Für die Einordnung der Geschwindigkeit hilft der Ratgeber Welche Geschwindigkeit brauche ich?. Wenn Gaming wichtig ist, lies Latenz beim Gaming. Und wenn du dich fragst, welche Technik passt, hilft DSL, Kabel oder Glasfaser?.
Überlege auch, ob du Festnetztelefonie brauchst. Viele Haushalte können darauf verzichten, andere nicht. Der Ratgeber Festnetz-Flat: noch nötig? hilft bei der Entscheidung.
Fragen zum Bedarf
- Wie viele Personen und Geräte sind gleichzeitig online?
- Wird viel gestreamt, telefoniert oder im Homeoffice gearbeitet?
- Ist Upload wichtig, zum Beispiel für Cloud-Backups oder Videocalls?
- Brauchst du Festnetz oder reicht das Handy?
- Soll Fernsehen über das Internet laufen?
Was daraus folgt
- Passende Geschwindigkeit statt der höchsten Zahl
- Technik wählen, die an deiner Adresse verfügbar ist
- Laufzeit passend zur Lebenssituation
- Router-Anforderungen: WLAN, Telefonanschluss, Mesh
- Zusatzpakete bewusst buchen oder weglassen
Auch die Laufzeit ist eine Bedarfsfrage. Wohnst du länger an derselben Adresse, kann eine längere Bindung günstig sein. Ist ein Umzug absehbar, ist ein flexibler Tarif besser. Im Vergleich mit Filter für monatlich kündbare Tarife findest du Optionen mit kurzer Bindung.
Schreib dir die Ergebnisse in drei bis fünf Stichpunkten auf: gewünschte Geschwindigkeit, Telefonie ja oder nein, TV ja oder nein, gewünschte Laufzeit, Preisrahmen. Damit gehst du in den Vergleich und musst nicht jedes Angebot neu bewerten.
Wenn mehrere Personen im Haushalt wohnen, frag sie nach ihren Anforderungen. Wer arbeitet im Homeoffice? Wer spielt online? Wer streamt in 4K? Ein kurzes Gespräch verhindert, dass der neue Anschluss nicht zu den Bedürfnissen passt.
Wie schätzt du den Bedarf konkret ein? Eine einfache Methode ist die Stoßzeit-Rechnung. Überlege, was an einem typischen Abend gleichzeitig läuft: zwei Streams, eine Videokonferenz, ein Handy-Update, ein Smart-Home-System im Hintergrund. Schreib das auf und ordne jeder Nutzung eine grobe Datenrate zu, etwa anhand der Angaben der Streamingdienste.
Die Summe zeigt, wie viel Bandbreite du in Spitzen brauchst. Plane etwas Reserve ein, ein Drittel mehr ist ein guter Anhaltspunkt. Wenn die Summe unter dem liegt, was du aktuell hast, brauchst du vermutlich keinen schnelleren Tarif, sondern höchstens eine bessere Verteilung im WLAN.
Wichtig ist auch der Blick in die Zukunft. Wird sich die Nutzung ändern, etwa durch ein Kind, das bald eigene Geräte hat, oder durch Homeoffice? Dann lohnt sich eine etwas höhere Stufe. Muss die Wohnung dagegen bald gewechselt werden, ist ein flexibler Vertrag sinnvoller als mehr Speed.
Wer unsicher ist, wählt eher die mittlere Stufe mit solider Technik, statt sich von der höchsten Zahl locken zu lassen.
Phase zwei: Verfügbarkeit prüfen und Tarife vergleichen

Jetzt beginnt der Vergleich. Wichtig ist zuerst die Verfügbarkeit an deiner Adresse. Nicht jeder Tarif ist überall buchbar, und die tatsächliche Geschwindigkeit hängt von Leitung und Ausbau ab. Gib deine Adresse im Tarifvergleich ein und sieh dir an, welche Anbieter und Techniken in Frage kommen.
Der Vergleich liefert eine gute Übersicht, die endgültige Prüfung erfolgt aber beim Anbieter. Dort wird deine Adresse verbindlich geprüft. Wie du das sinnvoll machst und worauf du achtest, steht im Ratgeber Verfügbarkeit prüfen: Tipps.
Vergleiche nicht nur den Monatspreis. Wichtiger ist der Durchschnittspreis über die gesamte Laufzeit, inklusive einmaliger Kosten, Boni und Preisstufen. Rechne: Summe aller Monatspreise plus Einmalkosten minus Boni, geteilt durch die Zahl der Monate.
Achte außerdem auf diese Punkte: Wie hoch ist der Upload? Wie lange gilt der Aktionspreis, und was kostet der Tarif danach? Gibt es eine Preisgarantie? Wie lang ist die Mindestlaufzeit und wie die Kündigungsfrist? Ist der Router im Preis enthalten, oder fallen Miete oder Kaufpreis an? Ist eine Festnetz-Flat dabei, und gilt sie auch für Handynetze?
Für Hardware lohnt ein Blick in Router: Kauf vs. Miete und Router oder Anbieter-Hardware. Dort erfährst du, was bei Mietgeräten gilt und ob du einen eigenen Router nutzen kannst.
Mach dir eine Shortlist mit zwei bis drei Tarifen und vergleiche sie nebeneinander. Speichere für jeden Tarif die Leistungsbeschreibung und die Vertragszusammenfassung als PDF oder Screenshot. Aktionsbedingungen ändern sich, und du willst nachweisen können, was bei der Bestellung galt.
- Adresse im Vergleich eingeben und Verfügbarkeit beim Anbieter prüfen
- Mindestens zwei bis drei Tarife in die engere Auswahl nehmen
- Durchschnittspreis über die Mindestlaufzeit ausrechnen
- Preis nach dem Aktionszeitraum und Preisgarantie prüfen
- Laufzeit, Kündigungsfrist und Verlängerung vergleichen
- Router-Regelung und Kosten für Hardware klären
- Bonus- und Cashback-Bedingungen lesen und speichern
- Vertragszusammenfassung und Angebot als PDF ablegen
Beim Vergleich von Technikvarianten gibt es ein paar Faustregeln, die dir die Auswahl erleichtern.
Wenn Glasfaser bis in die Wohnung verfügbar ist, lohnt sich der Blick darauf in der Regel, vor allem wegen Stabilität und Upload. Prüfe aber die Laufzeit und den Preis nach dem Aktionszeitraum. Wo Kabel verfügbar ist, kann es ein starker Konkurrent sein, doch bei Spitzenlast kann die Leistung schwanken. VDSL ist weit verbreitet und für viele Haushalte völlig ausreichend, solange die Leitung nicht zu lang ist.
Vergiss nicht, dass die Werbegeschwindigkeit oft die maximal erreichbare ist. Die tatsächliche Geschwindigkeit hängt von Leitung und Auslastung ab. Achte deshalb auf die Angaben zur normalerweise verfügbaren Geschwindigkeit in der Vertragszusammenfassung.
Liest du Bewertungen von anderen Kunden, achte auf wiederkehrende Muster, nicht auf einzelne Ausreißer. Wenn viele von Problemen mit Installation oder Support berichten, ist das ein Hinweis, den du ernst nehmen solltest.
Der Zeitplan: Von der Entscheidung bis zum Wechsel
Ein Wechsel funktioniert am besten, wenn Neu und Alt zeitlich aufeinander abgestimmt sind. Das Ideal: Der neue Anschluss wird geschaltet, und der alte endet genau dann oder kurz danach. So gibt es keine Lücke und keine lange Doppelzahlung.
Der wichtigste Fixpunkt ist das Laufzeitende des alten Vertrags. Davon rechnest du rückwärts. Die Kündigung muss spätestens zur Frist beim alten Anbieter eingehen. Der neue Anbieter braucht für die Bereitstellung eine gewisse Zeit, die du vor dem Laufzeitende einplanen musst.
Ist dein Vertrag schon in der verlängerten Phase mit monatlicher Kündigung, hast du mehr Freiheit. Dann kannst du den Wechsel nach dem Schaltungstermin des neuen Anbieters ausrichten und den alten Vertrag dazu passend beenden lassen.
- 1Acht bis sechs Wochen vor Laufzeitende: Bestandsaufnahme abschließen, Bedarf klären und Tarife vergleichen.
- 2Sechs bis fünf Wochen vorher: Verfügbarkeit beim Anbieter bestätigen lassen, Angebot wählen und Bonus-Bedingungen prüfen.
- 3Fünf bis vier Wochen vorher: Neuen Vertrag bestellen, Rufnummernmitnahme aktivieren und Wunsch-Schaltungstermin angeben.
- 4Vier bis drei Wochen vorher: Auftragsbestätigung prüfen, Termin schriftlich bestätigen lassen und Kündigung des alten Vertrags abstimmen.
- 5Drei bis zwei Wochen vorher: Kündigung beim alten Anbieter einreichen oder vom neuen Anbieter erledigen lassen und Kündigungsbestätigung einfordern.
- 6Zwei bis eine Woche vorher: Router-Lieferung des neuen Anbieters prüfen, Zugangsdaten bereitlegen, Rufumleitung aufs Handy planen.
- 7Wechseltag: Neuen Router anschließen, Verbindung testen, Telefonie und WLAN einrichten.
- 8Nach dem Wechsel: Alte Hardware zurückschicken, Abschlussrechnung prüfen, Bonus-Fristen im Kalender halten.
Der Zeitplan ist eine Orientierung. Wenn dein Vertrag früher oder später endet, verschiebst du die Schritte entsprechend. Wichtig sind die beiden Fixpunkte: Kündigung rechtzeitig einreichen und Schaltungstermin abstimmen.
Falls du bei Umzug und Wechsel gleichzeitig planst, kommen weitere Aufgaben hinzu, zum Beispiel Verfügbarkeit an der neuen Adresse und Ortsnetz der Rufnummer. Lies dazu Internetanschluss beim Umzug.
Wenn du den Wechsel in Etappen angehen willst, helfen Kalender-Erinnerungen. Setze Termine für jeden Schritt, damit du nichts vergisst. Das ist langweilig, aber wirkungsvoll.
Phase drei und vier: Bestellen, kündigen und Termine abstimmen
Bei der Bestellung gibst du die Daten ein und wählst Optionen. Lies jeden Schritt aufmerksam, denn hier werden Zusatzpakete, Hardware-Optionen und Rufnummernmitnahme festgelegt. Aktiviere die Rufnummernmitnahme, wenn du die Nummer behalten möchtest, und gib alle Daten exakt an. Wie das funktioniert, steht im Ratgeber Festnetz-Rufnummernmitnahme.
Prüfe, ob der neue Anbieter die Kündigung beim alten übernimmt. Viele bieten das an und fragen dich nach den Daten des alten Vertrags. Das ist bequem, aber du solltest den Termin kontrollieren. Eine falsche Kündigung kann zu Lücken oder zu unnötig verlängerten Verträgen führen.
Wenn du selbst kündigst, beachte Form und Frist. Nutze den Kündigungsbutton oder einen Brief mit Einlieferungsbeleg, speichere Nachweise und bitte um eine Kündigungsbestätigung. Mehr dazu im Ratgeber Vertragsbindung und Kündigung.
Neuer Anbieter kündigt
- Bequem, weniger Aufwand für dich
- Datum der Kündigung prüfen und Bestätigung einfordern
- Funktioniert meist nur bei bestehender Vertragsnummer und Daten
- Bei Fehlern entstehen Verzögerungen, die schwer nachzuvollziehen sind
Du kündigst selbst
- Volle Kontrolle über Termin und Nachweis
- Kündigungsbutton oder Brief mit Beleg nutzen
- Rufnummern-Portierung vorher beauftragen
- Mehr Aufwand, aber transparent
Wichtig ist die Abstimmung zwischen Kündigung und Schaltung. Idealerweise endet der alte Vertrag am Tag der Umschaltung oder wenig danach. Ist der alte Vertrag früher zu Ende, entsteht eine Lücke. Endet er viel später, zahlst du doppelt.
Frag den neuen Anbieter, ob er den Termin verbindlich bestätigt. Notiere dir das Datum und achte auf Hinweise, dass sich der Termin verschieben kann. Wenn ein Techniker nötig ist, klär, ob du zu Hause sein musst und in welchem Zeitfenster er kommt.
Bewahre alle Bestätigungen auf: Auftragsbestätigung, Terminbestätigung, Kündigungsbestätigung. Sie sind dein Nachweis, falls später etwas strittig ist. Lege sie in deinem Ordner ab und benenne die Dateien mit Datum und Inhalt.
Ein kurzes Beispiel für eine saubere Abstimmung: Murat bestellt am 1. des Monats seinen neuen Tarif. Sein alter Vertrag endet Ende des übernächsten Monats. Er wählt als Wunschtermin für die Schaltung den ersten Werktag nach Vertragsende des alten Anschlusses. Der neue Anbieter bestätigt den Termin und übernimmt die Kündigung zum Laufzeitende.
Murat bittet um eine schriftliche Bestätigung des Kündigungsdatums und vergleicht es mit seinen Unterlagen. Beides passt. Er trägt den Schaltungstermin in den Kalender ein und setzt eine Erinnerung für den Tag davor, um den Router bereitzulegen. Murat ist eine erfundene Person, die Vorgehensweise ist aber ein bewährtes Muster.
Sollte sich der Schaltungstermin verschieben, informiert er sofort den alten Anbieter, damit die Kündigung nicht zu früh wirksam wird. Das ist ein häufig vergessener Schritt. Wird die Kündigung zum falschen Zeitpunkt wirksam, entsteht eine Lücke, die sich vermeiden lässt.
Wichtig: Halte beide Anbieter über Terminänderungen auf dem Laufenden und lass dir jede Änderung schriftlich bestätigen.
Router, Zugangsdaten und Hardware richtig organisieren
Die Hardware ist der häufigste Stolperstein am Wechseltag. Zwei Dinge sind wichtig: der neue Router muss rechtzeitig da sein, und der alte muss ordnungsgemäß zurückgehen. Beides sollte geplant sein.
Bei einem Anbieterwechsel bekommst du meist einen neuen Router oder ein Modem mit dem neuen Vertrag. Es wird vorab geliefert, oft kurz vor dem Schaltungstermin. Prüfe, ob das Paket vollständig ist: Router, Netzteil, Kabel, Anleitung, gegebenenfalls Zugangsdaten. Wenn etwas fehlt, melde dich sofort beim Anbieter.
Wenn du einen eigenen Router verwenden möchtest, musst du die Zugangsdaten des Anbieters kennen. Frag danach, wie du sie bekommst. Nicht jeder Anbieter gibt sie automatisch heraus. Details zur Router-Wahl findest du im Ratgeber Router oder Anbieter-Hardware.
Bei der Rückgabe des alten Geräts gilt: Prüfe, ob es gemietet, geliehen oder gekauft ist. Bei Miete oder Leihe musst du es nach Vertragsende zurückschicken, meist innerhalb einer Frist. Wer das versäumt, muss mit Gebühren rechnen.
Bewahre den Versandkarton auf oder besorge einen neuen. Mach Fotos vom Gerät und von allen Teilen, die du zurückschickst. Notiere Seriennummer und Sendungsnummer. Der Einlieferungsbeleg ist dein Nachweis. Wenn der Anbieter einen Rücksendeschein schickt, nutze ihn. Sonst frag nach der Adresse.
Ein Tipp für den Wechseltag: Lass den alten Router bis zum Schluss angeschlossen, bis der neue funktioniert. So hast du im Fall einer Verzögerung weiterhin eine Verbindung. Erst wenn der neue Anschluss läuft, baust du den alten ab.
- Lieferung des neuen Routers auf Vollständigkeit prüfen
- Zugangsdaten für Internet und Telefonie bereitlegen
- Bei eigenem Router: Zugangsdaten beim Anbieter anfordern
- Alten Router bis zur funktionierenden Verbindung angeschlossen lassen
- Fotos von Gerät und Seriennummer machen
- Versandkarton aufheben oder neu besorgen
- Rücksendefrist notieren und Einlieferungsbeleg aufbewahren
- Weitere Mietgeräte wie Receiver oder Repeater nicht vergessen
Wenn du dein Heimnetz verändert hast, denk an die angeschlossenen Geräte. Drucker, Smart-Home-Zentralen, Netzwerkspeicher und Überwachungskameras sind oft fest im alten WLAN eingetragen. Beim neuen Router musst du sie neu verbinden, wenn du Namen oder Passwort änderst.
Ein Trick: Gib dem neuen WLAN denselben Namen und dasselbe Passwort wie dem alten, wenn du dem alten Netz noch vertraust. Dann verbinden sich die meisten Geräte automatisch. Wenn du bei der Gelegenheit die Sicherheit verbessern möchtest, wähle ein neues, starkes Passwort und plane Zeit für die Neuverbindung ein.
Achte außerdem auf Portfreigaben und feste IP-Adressen. Wer einen Server, eine Kamera oder ein Spiel von außen erreichbar gemacht hat, muss die Einstellungen im neuen Router wiederholen. Mach vorher Screenshots der alten Einstellungen.
Bei Kabelanschlüssen oder Glasfaser kann zusätzlich ein Modem oder ein Medienkonverter nötig sein. Frag nach, welches Gerät der Anbieter liefert und wie du es anschließt.
Der Wechseltag und die Übergangsphase

Am Tag der Umschaltung zählt Ruhe. Du hast alles vorbereitet, jetzt geht es um die letzten Handgriffe. Plane Zeit ein, damit du nicht unter Druck stehst, und halte alles griffbereit: neuen Router, Zugangsdaten, Kabel, Laptop mit LAN-Anschluss oder Adapter.
Schau morgens im Kundenportal oder in der App, ob der Termin noch gilt. Oft wird die Schaltung im Laufe des Tages vorgenommen, nicht genau zu einer Uhrzeit. Manchmal fällt das Internet kurz aus und kommt dann am neuen Anschluss wieder. Das ist normal.
Sobald die Verbindung steht, richte WLAN und Telefonie ein. Vergib einen neuen Namen und ein sicheres Passwort. Wenn du wieder dieselben Namen und Passwörter nutzt wie vorher, verbinden sich viele Geräte automatisch neu. Tipps zum WLAN findest du im Ratgeber WLAN optimieren mit Mesh.
- 1Termin im Kundenportal prüfen und den alten Router noch angeschlossen lassen.
- 2Neuen Router auspacken, Kabel richtig anschließen und einschalten.
- 3Warten, bis die Anschluss-LED dauerhaft leuchtet, dann Zugangsdaten eingeben.
- 4Verbindung per LAN-Kabel am Laptop testen und die Geschwindigkeit messen.
- 5Festnetz-Telefonie prüfen: Anruf tätigen, Anruf empfangen, Rufnummer kontrollieren.
- 6WLAN einrichten, Namen und Passwort vergeben, Geräte verbinden.
- 7Smart-Home-Geräte, Drucker und Fernseher neu verbinden, wenn nötig.
- 8Alten Router abbauen und für die Rückgabe vorbereiten.
Falls etwas nicht klappt, bleib gelassen. Prüfe zuerst Kabel und Dose, dann den Schaltungsstatus. Ruf den Support an, halte Kundennummer und Auftragsnummer bereit und frag nach dem Stand. Wenn der Anschluss wegen eines Fehlers längere Zeit nicht funktioniert, dokumentiere den Ausfall und setze dem Anbieter eine Frist zur Behebung.
Für die Übergangszeit kannst du das Handy als Hotspot nutzen oder einen mobilen Router. Bei Homeoffice oder wichtigen Terminen lohnt sich eine Notlösung. Informiere im Zweifel Arbeitgeber oder Kunden, dass es kurze Ausfälle geben kann.
Wenn die Rufnummer noch nicht umgeschaltet ist, richte eine Rufumleitung zum Handy ein, damit du erreichbar bleibst. Prüfe nach der Umschaltung, ob die Nummer funktioniert, und deaktiviere die Umleitung wieder, wenn du sie nicht mehr brauchst.
Was ist, wenn der Wechseltag schiefgeht? Ein Beispiel: Petra wartet auf die Umschaltung, doch am Nachmittag ist das Internet noch nicht da. Sie prüft zuerst Kabel und Dose, dann im Kundenportal den Status. Dort steht, dass der Termin um einen Tag verschoben wurde. Sie ruft an und lässt sich bestätigen, dass der alte Anschluss bis dahin weiterläuft. Petra ist eine erfundene Person, ihr Vorgehen ist aber ein gutes Muster.
Am nächsten Tag klappt die Umschaltung. Weil Petra den alten Router nicht abgebaut hat, war sie zwischendurch nicht offline. Hätte sie ihn vorschnell verpackt, wäre sie mehrere Stunden ohne Verbindung gewesen.
Die Lehre: Ruhe bewahren, Status prüfen, schriftlich bestätigen lassen. Und den alten Anschluss erst abbauen, wenn der neue sicher läuft.
Wenn die Verzögerung länger dauert, notiere die Zeiten und bitte um eine Gutschrift oder Entschädigung. Anbieter reagieren oft entgegenkommend, wenn du sachlich und nachweisbar argumentierst.
Nach dem Wechsel: Rechnungen, Rückgabe und deine Rechte
Der Wechsel ist geschafft, aber ein paar Aufgaben bleiben. Die wichtigste ist die Rückgabe der alten Hardware. Setze dir eine Frist und erledige sie zeitnah. Bewahre den Einlieferungsbeleg auf, bis die Abschlussrechnung bestätigt, dass nichts offen ist.
Prüfe die Abschlussrechnung des alten Anbieters. Sie sollte nur Leistungen bis zum Vertragsende enthalten. Kontrolliere, ob anteilige Beträge korrekt berechnet sind und ob keine Gebühren für Hardware auftauchen, die du zurückgeschickt hast. Wenn etwas nicht stimmt, widersprich schriftlich und füge Belege bei.
Prüfe auch die erste Rechnung des neuen Anbieters. Stimmen Tarif, Preis, Boni und Optionen mit dem Angebot überein? Wurden Aktionspreise korrekt berücksichtigt? Wenn nicht, melde dich zügig, solange die Erinnerung frisch ist.
Wenn ein Cashback oder Bonus zugesagt war, behalte die Antragsfrist im Blick. Manche Boni werden nicht automatisch ausgezahlt. Trage dir die Termine ein und kontrolliere den Zahlungseingang. Bei Ausbleiben fordere den Bonus schriftlich ein und verweise auf die Aktionsbedingungen.
Und was, wenn der neue Anschluss nicht hält, was er verspricht? Dann gelten deine Rechte aus dem Vertrag. Weicht die Leistung dauerhaft und erheblich vom Vereinbarten ab, kannst du unter bestimmten Voraussetzungen den Preis mindern oder außerordentlich kündigen. Dokumentiere dafür Messungen und Störungen sorgfältig. Mehr dazu im Ratgeber Vertragsbindung und Kündigung.
Auch das Widerrufsrecht ist nützlich: Bei Verträgen im Internet oder am Telefon hast du in der Regel 14 Tage Zeit, den Vertrag zu widerrufen. Wenn du merkst, dass der Wechsel eine Fehlentscheidung war, handle zügig.
- Alte Hardware fristgerecht zurückschicken und Einlieferungsbeleg ablegen
- Abschlussrechnung des alten Anbieters prüfen
- Erste Rechnung des neuen Anbieters mit dem Angebot abgleichen
- Bonus- und Cashback-Termine im Kalender notieren
- Kündigungsbestätigung und Vertragsunterlagen archivieren
- Neue Kündigungsfrist im Kalender eintragen
- Bei Problemen Messungen und Störungen dokumentieren
Ein Wort zu Datenschutz und Sicherheit nach dem Wechsel. Beim alten Router sind oft WLAN-Passwörter, Telefonie-Zugangsdaten und Einstellungen gespeichert. Bevor du das Gerät zurückschickst, setze es auf Werkseinstellungen zurück. So gelangen deine Daten nicht in fremde Hände.
Lösche auch Zugangsdaten, die du an anderer Stelle hinterlegt hast, etwa in Apps des alten Anbieters. Melde dich aus dem Kundenportal ab, sobald du alle Unterlagen heruntergeladen hast, und speichere wichtige Dokumente lokal.
Ändere außerdem Passwörter, die mit dem alten Anschluss zusammenhingen, etwa das Kundenkonto-Passwort, wenn du es an anderer Stelle wiederverwendet hast. Das ist eine Gelegenheit, die digitale Hygiene aufzufrischen.
Und schließlich: Gönn dir nach dem Wechsel einen Moment der Kontrolle. Läuft alles, wie es soll, kannst du die Erinnerung an die nächste Kündigung setzen und den Vorgang abhaken.
Häufige Fehler vermeiden und Gesamt-Checkliste
Zum Abschluss die häufigsten Fehler beim Anbieterwechsel im Überblick. Wenn du sie vermeidest, läuft der Wechsel meist glatt.
Fehler eins: zu früh kündigen, bevor der neue Anschluss sicher ist. Folge: Lücke und eventuell verlorene Rufnummer. Fehler zwei: Fristen falsch rechnen. Folge: Vertrag läuft länger als nötig. Fehler drei: Portierung nicht vor der Kündigung beauftragen. Folge: Nummer geht verloren.
Fehler vier: Hardware nicht zurückschicken oder ohne Beleg. Folge: Gebühren und Streit. Fehler fünf: Preis nach dem Aktionszeitraum übersehen. Folge: Unerwartete Mehrkosten. Fehler sechs: Absprachen nur mündlich. Folge: Nachweisprobleme.
Mit der folgenden Gesamtliste hast du alles auf einen Blick. Hake sie ab, und du bist gut vorbereitet.
- Vertrag, Laufzeit, Frist und Preis des alten Anbieters notiert
- Bedarf geklärt: Geschwindigkeit, Telefonie, TV, Laufzeit
- Verfügbarkeit beim neuen Anbieter verbindlich geprüft
- Gesamtkosten über die Laufzeit verglichen
- Rufnummernmitnahme im neuen Auftrag aktiviert, siehe Festnetz-Rufnummernmitnahme
- Kündigung abgestimmt, Bestätigung eingeholt
- Schaltungstermin schriftlich bestätigt
- Router geliefert, Zugangsdaten bereit
- Überbrückung und Rufumleitung geplant
- Wechseltag durchgeführt, Anschluss und Telefonie getestet
- Alte Hardware zurückgeschickt, Beleg aufbewahrt
- Rechnungen geprüft, Bonus-Fristen notiert
Wenn du mit dem Wechsel fertig bist, lohnt sich ein Blick auf das Heimnetz. Ein neuer Anschluss ist die Gelegenheit, auch das WLAN zu verbessern. Wenn du Fernsehen über das Internet nutzen willst, schau in IPTV im Internetvertrag. Und wenn du über die Zukunft nachdenkst, hilft Glasfaser-Anschluss erklärt bei der Frage, ob ein späterer Wechsel auf Glasfaser sinnvoll ist.
Tarife vergleichst du im Fuchs-DSL-Vergleich. Alle Angaben dort sind unverbindlich. Verbindlich sind Preise, Laufzeiten und Verfügbarkeit erst auf der Seite des Anbieters und im Vertrag. Prüfe sie dort vor dem Abschluss.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Anbieterwechsel?
Meist mehrere Wochen, abhängig von Kündigungsfrist, Bearbeitungszeit und Schaltungstermin. Bei Glasfaser oder Technikertermin kann es länger dauern. Plane vier bis acht Wochen ein und prüfe Fristen in Vertragsbindung und Kündigung.
Muss ich selbst beim alten Anbieter kündigen?
Nicht unbedingt. Viele neue Anbieter übernehmen die Kündigung auf Wunsch. Kontrolliere trotzdem Datum und Bestätigung. Wenn du selbst kündigst, nutze Kündigungsbutton oder einen Brief mit Beleg.
Bin ich während des Wechsels offline?
Der Wechsel soll möglichst ohne Unterbrechung ablaufen, ein kurzer Ausfall am Schaltungstag ist aber möglich. Halte den alten Router angeschlossen, bis der neue funktioniert, und plane eine Überbrückung per Handy-Hotspot ein.
Wie behalte ich meine Festnetznummer?
Aktiviere die Rufnummernmitnahme im neuen Auftrag und kündige den alten Vertrag nicht blind selbst. Der Ablauf steht im Ratgeber Festnetz-Rufnummernmitnahme.
Was passiert mit meinem alten Router?
Mietgeräte musst du meist fristgerecht zurückschicken, gekaufte Geräte darfst du behalten. Bewahre den Einlieferungsbeleg auf. Unterschiede erklärt Router: Kauf vs. Miete.
Kann ich wechseln und gleichzeitig umziehen?
Ja, das erfordert aber mehr Planung, etwa wegen Verfügbarkeit und Ortsnetz. Nutze zusätzlich den Ratgeber Internetanschluss beim Umzug.
Wie finde ich einen passenden Tarif?
Kläre zuerst deinen Bedarf und vergleiche dann Tarife für deine Adresse im Tarifvergleich. Achte auf Gesamtpreis, Laufzeit, Upload und Preis nach dem Aktionszeitraum. Verbindlich sind die Angaben des Anbieters.
Sind die Angaben in diesem Ratgeber verbindlich?
Nein. Zeiträume und Abläufe sind Orientierung, Preise und Verfügbarkeiten sind unverbindlich, und der Ratgeber ersetzt keine Rechtsberatung. Verbindlich sind nur die Angaben des Anbieters. Tarife findest du im Fuchs-DSL-Vergleich.