Vertrag & Alltag

Internetanschluss beim Umzug: Zeitplan, Mitnahme, Sonderkündigung und Einrichtung

Beim Umzug ist der Internetanschluss oft der Punkt, der am längsten dauert und am meisten nervt. Wer zu spät dran ist, sitzt wochenlang ohne Anschluss in der neuen Wohnung. In diesem Ratgeber bekommst du einen klaren Zeitplan, erfährst, wie du die Verfügbarkeit am neuen Ort prüfst, ob du den Vertrag mitnehmen kannst oder sonderkündigen darfst und wie du die Einrichtung am Einzugstag entspannt hinbekommst. Dazu gibt es Checklisten, Schritt-für-Schritt-Anleitungen und Antworten auf häufige Fragen.

Aktualisiert:

Umzugskartons und ein Laptop in einer leeren Wohnung, symbolisch für die Planung des Internetanschlusses beim Umzug
Foto: Unsplash
Inhalt

Warum der Internetanschluss beim Umzug früh auf die Liste gehört

Bei einem Umzug gibt es viel zu tun: Kartons packen, Möbel organisieren, Adresse ummelden, Nachsendeauftrag einrichten. Der Internetanschluss rutscht dabei gern nach hinten. Das ist ein Fehler, denn er braucht oft die längste Vorlaufzeit.

Während du Strom oder Wasser meist innerhalb weniger Tage bekommst, kann ein neuer Internetanschluss mehrere Wochen dauern. Bei einer Schaltung auf bestehender Leitung geht es manchmal schneller. Muss aber ein Techniker kommen, ein Hausanschluss gelegt oder eine Leitung freigeschaltet werden, kann es deutlich länger dauern.

Wer erst nach dem Einzug anfängt, sitzt unter Umständen zwei bis vier Wochen ohne Festnetz-Internet da. Für Homeoffice, Streaming oder Videotelefonie mit der Familie ist das mehr als lästig. Mit einem guten Zeitplan lässt sich das fast immer vermeiden.

In diesem Ratgeber gehen wir den Umzug von Anfang bis Ende durch. Zuerst klären wir, wann du was erledigen solltest. Dann prüfen wir die Verfügbarkeit an der neuen Adresse, denn nicht jeder Anschluss ist überall möglich.

Anschließend vergleichen wir die drei typischen Wege: Vertrag mitnehmen, Sonderkündigung nutzen oder neu abschließen. Du erfährst, was du in der neuen Wohnung technisch klären musst, wie es mit der Festnetznummer aussieht und wie du doppelte Kosten vermeidest.

Zum Schluss geht es um den Umzugstag selbst, um Sonderfälle wie WG, Untermiete oder fehlende Festnetz-Verfügbarkeit und um eine kompakte Checkliste. So hast du am Ende einen Plan, den du abarbeiten kannst.

Noch ein Wort zur Grundhaltung: Ein Umzug ist eine gute Gelegenheit, den Tarif zu überprüfen. Vielleicht gibt es an der neuen Adresse Glasfaser, vielleicht ist dein bisheriger Anbieter dort gar nicht verfügbar, vielleicht lohnt sich ein günstigerer Tarif. Betrachte den Umzug nicht nur als Pflicht, sondern auch als Chance, den Anschluss neu zu denken.

Wenn du dabei wissen willst, wie sich die Techniken unterscheiden, hilft dir der Ratgeber DSL, Kabel oder Glasfaser?. Und wenn du dir unsicher bist, wie viel Geschwindigkeit du brauchst, lies Welche Geschwindigkeit brauche ich?.

Der Zeitplan: Wann du was erledigen solltest

Ein realistischer Zeitplan ist die halbe Miete. Als Faustregel gilt: Je früher, desto besser. Sobald du weißt, wohin du ziehst und wann der Einzug ist, kannst du anfangen. Selbst wenn noch nicht jedes Detail feststeht, helfen erste Schritte wie die Verfügbarkeitsprüfung.

Ideal sind sechs bis acht Wochen vor dem Umzug. Das gibt dir Zeit für Vergleich, Bestellung und Terminvereinbarung. Wenn dein Vermieter oder Eigentümer noch zustimmen muss, etwa für einen Glasfaser-Hausanschluss, plane noch mehr Puffer ein.

Wenn es knapp wird, ist das kein Drama. Auch zwei oder drei Wochen vorher kannst du oft noch einiges erreichen, nur ist die Auswahl an Terminen dann kleiner. Wichtig ist, dass du nicht bis zum Einzugstag wartest.

  1. 1Sechs bis acht Wochen vorher: Adresse und Einzugstermin klären, Verfügbarkeit an der neuen Adresse prüfen und die Vertragsunterlagen des aktuellen Anschlusses heraussuchen.
  2. 2Fünf bis sechs Wochen vorher: Tarife an der neuen Adresse vergleichen, bei Bedarf den Eigentümer um Zustimmung für Arbeiten am Hausanschluss bitten und prüfen, ob eine Mitnahme des bestehenden Vertrags möglich ist.
  3. 3Vier bis fünf Wochen vorher: Umzug beim bisherigen Anbieter melden oder den neuen Vertrag abschließen, Schaltungstermin vereinbaren und Rufnummernmitnahme klären.
  4. 4Drei bis vier Wochen vorher: Kündigung oder Sonderkündigung des alten Anschlusses in Textform vorbereiten, Rückgabe der Hardware planen und Termine für den Techniker bestätigen.
  5. 5Eine bis zwei Wochen vorher: Router, Kabel und Zugangsdaten griffbereit packen, Termin für den Schaltungstag bestätigen und prüfen, ob die Dosen in der neuen Wohnung frei zugänglich sind.
  6. 6Umzugstag: Router zuerst anschließen, Zugangsdaten eingeben, Verbindung testen und den Schaltungsstatus prüfen.
  7. 7Nach dem Einzug: Telefonie, WLAN und Geschwindigkeit testen, alte Hardware zurückschicken und Beleg aufheben.

Der Zeitplan ist eine Orientierung. Manchmal geht es schneller, etwa wenn dein bisheriger Anbieter am neuen Ort denselben Anschlusstyp liefern kann und die Leitung schon geschaltet ist. Manchmal dauert es länger, vor allem bei neuem Glasfaseranschluss oder wenn Tiefbauarbeiten nötig sind.

Frag deshalb beim Anbieter konkret nach der erwarteten Dauer und lass dir den Termin schriftlich bestätigen. Notiere dir auch, ob ein Techniker vor Ort sein muss und ob du oder jemand anderes in der Wohnung sein muss.

Wenn du den Umzug gleichzeitig mit einem Anbieterwechsel verbindest, hilft dir die Anbieterwechsel-Checkliste. Sie zeigt, in welcher Reihenfolge du vorgehst.

Typische Verzögerungen kennt man aus der Praxis, und mit ihnen kannst du planen.

Der häufigste Grund ist ein fehlender Termin für den Techniker. Gerade in Ballungsgebieten sind Zeitfenster knapp, und Termine werden oft Wochen im Voraus vergeben. Wer erst kurz vor dem Umzug bestellt, bekommt dann nur noch Termine nach dem Einzug.

Der zweite Grund ist ein nicht freigegebener Hausanschluss. Wenn Eigentümer oder Hausverwaltung noch nicht zugestimmt haben, kann der Anbieter nicht starten. Frag deshalb früh nach und halte die Kontaktdaten der Hausverwaltung bereit.

Der dritte Grund ist eine noch aktive Leitung des Vormieters. Solange sie beim alten Anbieter geschaltet ist, kann die Umschaltung zu dir stocken. Hilfreich ist, wenn der Vormieter seinen Anschluss rechtzeitig kündigt oder auf Wunsch zum Auszugstag beenden lässt.

Der vierte Grund sind Lieferzeiten für Hardware. Bestellungen kurz vor dem Umzug werden manchmal an die alte Adresse geliefert. Prüfe daher bei der Bestellung genau, an welche Adresse der Router gesendet wird und ob du ihn am Einzugstag in Empfang nehmen kannst.

Verfügbarkeit an der neuen Adresse prüfen

Gestapelte Umzugskartons in einem Flur vor dem Einzug in die neue Wohnung
Foto: Unsplash

Bevor du dich auf einen Tarif festlegst, musst du wissen, was an der neuen Adresse überhaupt möglich ist. Die Verfügbarkeit hängt von der Hausanbindung, der Leitung und dem Ausbau in deiner Straße ab. Zwei Wohnungen in derselben Stadt können sich stark unterscheiden.

Im Tarifvergleich kannst du die neue Adresse eingeben und siehst, welche Anbieter und Techniken in Frage kommen. Das ist ein guter erster Überblick. Verbindlich ist aber erst die Prüfung beim Anbieter. Dort wird die konkrete Adresse mit Haus und Wohnung geprüft, manchmal sogar die Etage.

Wenn du die Wohnung noch nicht besichtigt hast oder kein Router-Anschluss sichtbar war, frag den Vermieter oder den Vormieter, welcher Anschluss genutzt wurde. Ein Foto von der Anschlussdose und vom Hausübergabepunkt kann dir später viel Zeit sparen. Mehr zur Prüfung findest du im Ratgeber Verfügbarkeit prüfen: Tipps.

Beachte dabei, dass die Verfügbarkeit nicht nur ein Ja oder Nein ist. Es gibt oft mehrere Abstufungen. Möglich ist zum Beispiel, dass VDSL mit einer bestimmten Maximalgeschwindigkeit verfügbar ist, Kabel dagegen nicht, oder dass Glasfaser zwar in der Straße liegt, aber noch nicht im Haus.

Auch die Bereitstellungszeit unterscheidet sich. Wenn eine Leitung bereits geschaltet war und nur übernommen werden muss, kann es schnell gehen. Wenn ein Neuanschluss nötig ist, braucht es meist länger. Frag daher nicht nur, ob etwas verfügbar ist, sondern auch, wann.

Wenn an deiner neuen Adresse nur eine langsame Leitung verfügbar ist, lohnt sich ein Blick auf Alternativen wie LTE oder 5G. Wann das sinnvoll ist, erklärt der Ratgeber LTE und 5G als Alternative.

  • Neue Adresse mit Straße, Hausnummer, Etage und Zusatz genau angeben
  • Im Tarifvergleich Anbieter und Techniken sichten
  • Verfügbarkeit beim Anbieter verbindlich bestätigen lassen
  • Nach der erwarteten Bereitstellungszeit fragen
  • Prüfen, ob ein Techniker oder ein Hausanschluss nötig ist
  • Vorhandene Anschlussdosen und Hausübergabepunkt fotografieren
  • Alternative Technik für den Fall bereithalten, dass die Wunschtechnik fehlt

Drei Wege: Vertrag mitnehmen, sonderkündigen oder neu abschließen

Wenn du umziehst, hast du im Grunde drei Möglichkeiten. Welche die beste ist, hängt davon ab, ob dein bisheriger Anbieter an der neuen Adresse liefern kann, wie lange dein Vertrag noch läuft und ob du mit dem Anbieter zufrieden bist.

Die erste Möglichkeit ist die Mitnahme. Du meldest den Umzug deinem Anbieter, und dieser schaltet den Anschluss an der neuen Adresse frei. Der Vertrag läuft weiter, die Laufzeit verlängert sich in der Regel nicht automatisch, aber manche Anbieter koppeln die Mitnahme an Bedingungen. Das kann bequem sein, besonders wenn du zufrieden bist.

Die zweite Möglichkeit ist die Sonderkündigung. Kann dein Anbieter die Leistung am neuen Wohnort nicht erbringen, hast du unter bestimmten Voraussetzungen das Recht, den Vertrag vorzeitig zu beenden. Die Frist und die Form sind gesetzlich bzw. vertraglich geregelt.

Die dritte Möglichkeit ist der Neuabschluss bei einem anderen Anbieter. Das bietet sich an, wenn dein bisheriger Vertrag ohnehin bald endet oder wenn ein anderer Anbieter an der neuen Adresse die bessere Technik oder den besseren Preis hat.

Vertrag mitnehmen

  • Bequem, wenn der Anbieter am neuen Ort liefern kann
  • Bestehende Laufzeit und Konditionen bleiben meist bestehen
  • Mitnahme kann Gebühren oder eine neue Bindung auslösen
  • Technik und Geschwindigkeit können am neuen Ort anders sein

Sonderkündigung

  • Möglich, wenn der Anbieter am neuen Wohnort nicht liefern kann
  • Frist und Form beachten, Umzug belegen
  • Gibt Freiheit für einen Neuabschluss
  • Kosten für Hardware-Rückgabe nicht vergessen

Neuabschluss

  • Passt, wenn der alte Vertrag bald endet
  • Du kannst von Neukunden-Angeboten profitieren
  • Neue Laufzeit und neuer Aktionspreis beginnen
  • Altvertrag fristgerecht kündigen, Überlappung beachten

Bei der Entscheidung hilft ein einfacher Gedanke: Rechne beide Wege kurz durch. Was kostet es, im alten Vertrag zu bleiben und mitzuziehen, inklusive möglicher Umzugsgebühr? Was kostet ein Neuabschluss, inklusive Bereitstellung und gegebenenfalls Doppelmiete für einen Überlappungsmonat?

Berücksichtige dabei auch Aktionspreise. Ein Neuabschluss bringt oft einen reduzierten Einstiegspreis. Beim bestehenden Vertrag zahlst du dagegen eventuell schon den regulären Preis. Dafür hast du aber keine neue Bindung, wenn der Vertrag fast abgelaufen ist.

Wenn du den Vertrag wechseln möchtest, lies zuerst die Hinweise zu Fristen und Kündigung im Ratgeber Vertragsbindung und Kündigung. Dort erfährst du, wie du Fristen berechnest und was bei Sonderkündigungen gilt.

Technik in der neuen Wohnung: Dosen, Hausanschluss und Glasfaser

Helle, leere Wohnung mit Fenstern und Parkettboden kurz nach dem Einzug
Foto: Unsplash

Selbst wenn ein Tarif verfügbar ist, musst du in der Wohnung prüfen, ob die Technik passt. Entscheidend sind die Anschlussdosen, der Hausanschluss und gegebenenfalls Arbeiten im Gebäude. Dieser Teil wird oft unterschätzt, ist aber der häufigste Grund für Verzögerungen.

Für DSL brauchst du eine passende Telefondose, meist eine TAE-Dose, und eine Leitung, die zur Vermittlungsstelle führt. Bei Kabelanschluss brauchst du eine Multimediadose mit Koaxialanschluss, die freigeschaltet ist. Bei Glasfaser bis in die Wohnung wird ein Glasfaserabschluss benötigt, oft mit einer eigenen Dose und einem Modem.

Schau dir beim Besichtigungstermin oder spätestens bei der Wohnungsübergabe an, welche Dosen vorhanden sind. Mach Fotos und notiere, in welchem Zimmer sie sitzen. Kabel können nur begrenzt verlängert werden, und die Lage der Dose entscheidet oft, wo der Router stehen wird.

Bei Glasfaser ist die Lage etwas anders. Hier muss die Leitung vom Straßennetz ins Haus verlegt werden, wenn noch kein Hausanschluss besteht. Dafür ist die Zustimmung des Eigentümers nötig, meist in Form einer Gestattungsvereinbarung. Als Mieter musst du deshalb den Vermieter oder die Hausverwaltung einbinden.

Frag am besten früh nach, ob ein Hausanschluss bereits vorhanden ist und ob der Eigentümer bereit wäre, einen zu erlauben. Manche Vermieter sind froh über die Aufwertung, andere zögern. Bring Informationen mit, etwa dass die Arbeiten für den Eigentümer in der Regel keine Kosten verursachen, wenn der Netzbetreiber den Anschluss bezahlt. Verbindlich sind aber die Bedingungen des Netzbetreibers.

Hintergründe zu den Ausbauformen und was FTTH bedeutet, erklärt der Ratgeber Glasfaser-Anschluss erklärt.

DSL und VDSL

  • Telefondose (oft TAE) und aktive Leitung nötig
  • Schaltung in der Vermittlungsstelle oder am Verteiler
  • Geschwindigkeit hängt von der Leitungslänge ab
  • Techniker nur bei Problemen oder Neuschaltung nötig

Kabel

  • Koaxdose mit freigeschaltetem Anschluss nötig
  • Hausnetz muss rückkanalfähig sein
  • Freischaltung kann am Einzugstag erfolgen
  • Geteiltes Netz, Auslastung kann schwanken

Glasfaser

  • Hausanschluss und Faser bis in die Wohnung nötig
  • Zustimmung des Eigentümers erforderlich
  • Bauarbeiten können Wochen oder Monate dauern
  • Sehr hohe, stabile Geschwindigkeit möglich

Wenn in der Wohnung der Anschluss bereits aktiv war, ist das ein Vorteil. Aber auch dann ist der Anschluss formal oft auf den Vormieter oder dessen Anbieter geschaltet. Bevor du ihn nutzen kannst, muss er auf dich umgeschaltet werden. Das passiert in der Regel mit deinem neuen Auftrag.

Achte darauf, dass du dem Anbieter genau sagst, was in der Wohnung schon vorhanden ist. Wenn der Vormieter den Anschluss noch nicht gekündigt hat, kann es Verzögerungen geben. In solchen Fällen hilft es, wenn du den Vormieter oder den Vermieter einbeziehst.

Falls du Hilfe bei der Hardware-Auswahl brauchst, lohnt ein Blick in Router oder Anbieter-Hardware. Dort steht, wann du einen eigenen Router nutzen kannst und was du beim Anbietergerät beachten musst.

Ein praktischer Punkt ist der Router-Standort. Die Dose bestimmt, wo das Gerät steht, aber nicht immer ist der Platz ideal. Sitzt die Dose im Flur hinter einer Tür oder in einer Nische, leidet das WLAN. Mit einem Verlängerungskabel oder einem Mesh-System lässt sich das oft lösen.

Schau dir beim Einzug an, wo du Möbel stellen willst. Ein Regal vor der Dose oder ein Sideboard, das den Router verdeckt, kann später zu schwachem WLAN führen. Plane den Platz für den Router gleich mit.

Als Mieter solltest du außerdem wissen, dass du Bohrungen oder neue Leitungen nicht ohne Zustimmung des Vermieters setzen darfst. Kleine Änderungen wie ein Kabelkanal an der Leiste sind meist unproblematisch, größere Eingriffe sprichst du ab. Bei Glasfaser übernimmt der Netzbetreiber die Arbeiten, die Zustimmung des Eigentümers bleibt aber nötig.

Halte die Fotos der Dosen, die du bei der Besichtigung gemacht hast, griffbereit. Falls der Techniker fragt, wo welche Dose sitzt, sparst du dir Suchen und Rückfragen.

Festnetz und Rufnummer beim Umzug

Viele fragen sich beim Umzug, ob sie ihre Festnetznummer behalten können. Die kurze Antwort: Das kommt darauf an, wohin du ziehst. Festnetznummern gehören zu einem Ortsnetz, erkennbar an der Vorwahl. Ziehst du innerhalb desselben Ortsnetzes um, ist die Mitnahme meist möglich. Ziehst du in ein anderes Ortsnetz, ist sie oft nicht möglich oder nur unter besonderen Bedingungen.

Auch hier spielt der Anbieter eine Rolle. Manche Anbieter erlauben die Mitnahme der Nummer bei Umzug über Ortsnetzgrenzen hinweg in bestimmten Fällen, andere nicht. Frag deshalb vor dem Umzug nach, was bei deinem Anbieter und deinem Zielort gilt.

Wenn du den Anbieter wechselst, kannst du die Nummer in der Regel zum neuen Anbieter portieren, sofern du im selben Ortsnetz bleibst. Wie das funktioniert, erklärt der Ratgeber Festnetz-Rufnummernmitnahme.

Wichtig ist, dass du die Nummer nicht versehentlich verlierst. Wenn du den alten Vertrag kündigst, bevor die Portierung beauftragt ist, kann die Nummer freigegeben werden. Beauftrage die Mitnahme deshalb zusammen mit dem neuen Vertrag und kündige den alten erst, wenn der Ablauf geklärt ist.

Denk außerdem daran, wem du die neue Nummer mitteilen musst, falls du keine Mitnahme nutzen kannst: Familie, Arzt, Schule, Arbeitgeber, Alarm- und Notrufdienste. Gerade bei Notrufgeräten oder Hausnotruf ist wichtig, dass die Nummer korrekt hinterlegt ist.

Überlege auch, ob du überhaupt noch einen Festnetzanschluss mit Telefonflat brauchst. Viele Haushalte nutzen fast nur noch das Handy. Entscheidungshilfe gibt der Ratgeber Festnetz-Flat: noch nötig?.

Doppelte Kosten und Lücken vermeiden

Das Ziel bei einem Umzug ist, möglichst nur für einen Anschluss zu zahlen und trotzdem keine Zeit ohne Internet zu haben. Beides gleichzeitig zu erreichen, ist eine kleine Kunst. Ein gewisser Überlappungszeitraum lässt sich selten ganz vermeiden, aber du kannst ihn kurz halten.

Wenn du den Vertrag mitnimmst, endet der Anschluss an der alten Adresse meist an dem Tag, an dem der neue geschaltet wird. In der Praxis ist es sinnvoll, den Schaltungstermin so zu legen, dass er in die Zeit zwischen Auszug und Einzug fällt oder kurz nach dem Einzug. Dann hast du so wenig Doppelzeit wie möglich.

Bei einem Neuabschluss ist die Planung etwas komplizierter. Der neue Vertrag beginnt meist mit der Bereitstellung. Der alte läuft bis zum Ende der Laufzeit oder zum Termin der Sonderkündigung. Wenn der alte Vertrag noch länger läuft, zahlst du für beide Anschlüsse. Rechne das vorher durch und frage, ob eine kostengünstige Lösung möglich ist, zum Beispiel eine Umzugsoption.

Für die Zeit ohne Festnetz-Internet gibt es Überbrückungsmöglichkeiten. Du kannst das Handy als Hotspot nutzen, falls dein Mobilfunktarif genug Datenvolumen hat. Mancher Anbieter stellt auf Wunsch kurzfristig einen LTE- oder 5G-Router bereit, oft gegen Aufpreis. Auch Prepaid-Datentarife oder ein mobiler Router können helfen.

Plane diese Überbrückung bewusst ein, wenn du im Homeoffice arbeitest oder am Einzugstag Behördengänge online erledigen musst. Schalte rechtzeitig Zugangsdaten frei, etwa für Online-Banking oder Videokonferenzen, damit du nicht auf ein stabiles Netz angewiesen bist.

Denk auch an die Hardware-Rückgabe an der alten Adresse. Wenn Router oder Modem zurückgeschickt werden müssen, packst du sie am besten kurz vor dem Auszug ein, sobald der alte Anschluss nicht mehr gebraucht wird. Bewahre den Einlieferungsbeleg auf, damit es später keine Diskussionen gibt.

  • Laufzeitende des alten Vertrags und Frist für Sonderkündigung notieren
  • Schaltungstermin so legen, dass die Doppelzeit kurz bleibt
  • Mitnahme- oder Umzugskosten beim Anbieter vorab erfragen
  • Überbrückung für die Zeit ohne Anschluss planen, zum Beispiel Handy-Hotspot
  • Hardware für die Rückgabe sicher verpacken und Beleg aufheben
  • Abschlussrechnung und letzte Zählung prüfen und ablegen
  • Nachsendeauftrag für Post vom Anbieter einrichten

Ein Rechenbeispiel ohne echte Preise zeigt, worauf es ankommt. Angenommen, du hast noch vier Monate Laufzeit und ziehst um. Dein Anbieter kann am neuen Ort liefern und berechnet eine einmalige Umzugsgebühr. Dann vergleichst du die Gebühr mit den Kosten eines Neuabschlusses, bei dem der alte Vertrag noch vier Monate weiterläuft.

Im ersten Fall zahlst du die Gebühr und bleibst im Vertrag. Im zweiten Fall zahlst du vier Monate doppelt, hast dafür aber eventuell einen besseren Neukundentarif. Welcher Weg günstiger ist, hängt von den konkreten Zahlen ab. Setze deine eigenen Werte ein, bevor du dich entscheidest.

Frag außerdem nach Kulanz. Manche Anbieter verzichten bei einem Umzug auf die Gebühr oder bieten eine Umzugsoption an, besonders wenn du ihnen als Kunde erhalten bleibst. Ein kurzer Anruf oder eine Nachricht kann sich lohnen, und du hast nichts zu verlieren.

Halte alle Zusagen schriftlich fest. Eine Bestätigung per E-Mail reicht, solange sie Datum, Kosten und Bedingungen nennt.

Der Umzugstag: Router anschließen und online gehen

Am Einzugstag soll der Anschluss möglichst schnell funktionieren. Mit etwas Vorbereitung klappt das meist gut. Wichtig ist, dass du die Zugangsdaten und den Router griffbereit hast. Pack beides getrennt von den anderen Kartons, damit du sie nicht suchen musst.

Schließe den Router zuerst an, bevor du anfängst, Möbel aufzubauen. Wenn er bereits eine Verbindung herstellt, ist das ein gutes Zeichen. Falls nicht, prüfe, ob der Anschluss an dem vereinbarten Tag schon geschaltet ist. Manche Anbieter schalten erst am Nachmittag oder am nächsten Tag.

Wenn du ein neues Gerät bekommen hast, folge der Anleitung des Anbieters. Oft musst du nur Zugangsdaten eingeben oder die Konfiguration automatisch laden lassen. Die Seite des Routers erreichst du meist über eine feste Adresse, die in der Anleitung steht.

  1. 1Router und Zugangsdaten bereitlegen, Anschlussdose finden und prüfen.
  2. 2Kabel richtig anschließen: DSL-Kabel an die DSL-Buchse, Kabelanschluss per Koax, Glasfaser über das Modem.
  3. 3Router einschalten und warten, bis die Anschluss-LED dauerhaft leuchtet.
  4. 4Zugangsdaten eingeben oder automatische Einrichtung abwarten.
  5. 5Verbindung mit Laptop per LAN-Kabel testen, bevor du das WLAN einrichtest.
  6. 6Geschwindigkeit messen und mit der Vertragsleistung vergleichen.
  7. 7Festnetz-Telefonie testen: Anruf tätigen und empfangen.
  8. 8WLAN-Namen und Passwort vergeben und Geräte verbinden.

Wenn der Anschluss nicht funktioniert, bleib ruhig. Prüfe zuerst die Kabel und die Dose, dann den Status der Schaltung im Kundenportal oder in der App des Anbieters. Oft steht dort, ob ein Termin bestätigt ist. Wenn nicht, ruf beim Support an und frag nach dem Stand. Halte deine Kundennummer und die neue Adresse bereit.

Nach dem Anschluss lohnt sich ein genauer Blick auf das WLAN. In einer neuen Wohnung ist der Router-Standort oft anders als in der alten. Stell ihn möglichst zentral und frei auf, nicht im Schrank oder hinter dem Fernseher. Tipps dazu findest du im Ratgeber WLAN optimieren mit Mesh.

Miss die Geschwindigkeit an mehreren Stellen in der Wohnung und notiere die Werte. So hast du eine Grundlage, falls später Probleme auftreten und du den Anbieter kontaktieren musst.

Sonderfälle: WG, Untermiete, Studentenwohnheim und fehlende Verfügbarkeit

Nicht jeder Umzug ist gleich. In einer WG zum Beispiel stellt sich die Frage, wer den Vertrag abschließt und wer haftet. Meist steht ein Hauptmieter oder ein Mitbewohner als Vertragspartner im Vertrag. Klärt untereinander, wie die Kosten verteilt werden und wer kündigt, wenn jemand auszieht.

Bei einer Untermiete musst du prüfen, ob der Hauptmieter einen Anschluss hat und ob du ihn mitnutzen darfst. Wenn du einen eigenen Vertrag möchtest, brauchst du in der Regel die Zustimmung des Hauptmieters oder Eigentümers, besonders bei Arbeiten an der Leitung.

Im Studentenwohnheim ist das Internet oft schon enthalten und über das Hausnetz geregelt. Dann brauchst du keinen eigenen Vertrag. Prüfe vor dem Einzug, ob ein Anschluss für private Verträge überhaupt vorgesehen ist.

Ein besonderer Fall ist der Umzug in ein Haus oder eine Wohnung mit sehr schwachem Festnetzausbau. Dort kann es passieren, dass nur eine langsame DSL-Leitung verfügbar ist. Dann solltest du Alternativen prüfen. LTE und 5G können eine Lösung sein, besonders wenn der Mobilfunkempfang gut ist. Mehr dazu findest du im Ratgeber LTE und 5G als Alternative.

Wenn du befristet wohnst, etwa für ein Jahr, lohnt sich ein flexibler Vertrag mit kurzer Laufzeit. Im Vergleich mit Filter für monatlich kündbare Tarife findest du solche Optionen. So bist du beim nächsten Umzug nicht wieder gebunden.

Auch ein Auslandsumzug oder ein Umzug in eine Zweitwohnung braucht Planung. Wenn du eine Wohnung zeitweise nicht nutzt, kann es günstiger sein, den Vertrag zu kündigen oder pausieren zu lassen, sofern der Anbieter das anbietet.

WG und Untermiete

  • Vertragspartner und Kostenverteilung vorab klären
  • Zustimmung des Hauptmieters oder Eigentümers einholen
  • Auszug eines Mitbewohners in die Planung einbeziehen
  • Schriftliche Absprache untereinander treffen

Schwache Festnetz-Verfügbarkeit

  • Alternativen wie LTE oder 5G prüfen
  • Kurze Laufzeit wählen, falls Ausbau bevorsteht
  • Empfang vor Ort testen
  • Auf Datenvolumen und Drosselung achten

Wenn du in ein Eigenheim ziehst, gelten teils andere Spielregeln. Du bist dann selbst Eigentümer und entscheidest über Hausanschluss und Leitungen. Das ist ein Vorteil, denn du kannst Glasfaser oder einen neuen Anschluss ohne fremde Zustimmung beauftragen. Dafür organisierst du auch Bauarbeiten selbst, und die Zeit bis zum Anschluss kann länger sein.

Zieh auch in Betracht, den Umzug für einen Tarifwechsel zu nutzen. Wenn sich dein Bedarf geändert hat, etwa weil du künftig im Homeoffice arbeitest, passt der bisherige Tarif vielleicht nicht mehr. Prüfe dann, welche Geschwindigkeit sinnvoll ist, und nutze den Ratgeber Welche Geschwindigkeit brauche ich?.

Nicht zuletzt lohnt ein Blick auf Fernsehen und Telefonie. Wenn du bisher Kabelfernsehen genutzt hast, kann sich durch den Umzug etwas ändern. Alternativen erklärt IPTV im Internetvertrag.

Schließlich gilt für jeden Umzug: Bleib flexibel. Termine verschieben sich, Techniker kommen später, Pakete verspäten sich. Mit einem Puffer und einer Überbrückung für die ersten Tage nimmst du dem Ganzen den Schrecken.

Fazit und Checkliste zum Abhaken

Ein Umzug kostet Nerven, aber der Internetanschluss muss nicht dazugehören. Mit einem frühen Start, einer sauberen Verfügbarkeitsprüfung und einer klaren Entscheidung zwischen Mitnahme, Sonderkündigung und Neuabschluss kommst du gut durch. Entscheidend sind Zeit und Dokumentation: Halte Termine fest, speichere Bestätigungen und bewahre Belege auf.

Prüfe außerdem, ob eine Festnetznummer und eine Telefonflat für dich noch Sinn ergeben und ob die Nummer mitgenommen werden kann. Plane die Überbrückung für die Zeit ohne Festnetz ein und halte die Hardware bereit, die zurückgeschickt werden muss.

Wenn du den Umzug für einen Wechsel nutzen möchtest, vergleiche Tarife an der neuen Adresse im Fuchs-DSL-Vergleich. Verfügbarkeit, Preise und Bedingungen sind unverbindlich, verbindlich sind sie erst auf der Anbieterseite und im Vertrag.

  • Sechs bis acht Wochen vor dem Umzug mit der Planung beginnen
  • Verfügbarkeit an der neuen Adresse prüfen und beim Anbieter bestätigen
  • Zwischen Mitnahme, Sonderkündigung und Neuabschluss entscheiden
  • Eigentümer bei Bedarf um Zustimmung für Hausanschluss bitten
  • Rufnummernmitnahme klären, siehe Festnetz-Rufnummernmitnahme
  • Kündigung und Fristen beachten, siehe Vertragsbindung und Kündigung
  • Überbrückung für die Zeit ohne Anschluss organisieren
  • Router und Zugangsdaten für den Einzugstag griffbereit packen
  • Anschluss, Telefonie und WLAN nach dem Einzug testen
  • Alte Hardware fristgerecht zurückschicken und Beleg aufheben

Wenn du darüber hinaus alles rund um den Wechsel in einer Reihenfolge abarbeiten möchtest, hilft die Anbieterwechsel-Checkliste. Sie ergänzt diesen Ratgeber um die Schritte, die bei einem Wechsel zusätzlich anfallen.

Und noch ein praktischer Tipp zum Schluss: Mach am Einzugstag ein Foto vom Router, von den Anschlüssen und von den Zählerständen. Das kostet ein paar Sekunden und hilft dir, falls später Fragen zu Geräten, Seriennummern oder Anschlusszuständen auftauchen.

Häufige Fragen

Wann sollte ich den Umzug meinem Internetanbieter melden?

So früh wie möglich, am besten sechs bis acht Wochen vor dem Umzug. So bleibt Zeit für Verfügbarkeitsprüfung, Terminvergabe und eventuelle Technikertermine. Einen Überblick über Fristen gibt der Ratgeber Vertragsbindung und Kündigung.

Kann ich meinen Vertrag in die neue Wohnung mitnehmen?

Wenn dein Anbieter an der neuen Adresse liefern kann, ist die Mitnahme oft möglich. Prüfe, ob Gebühren oder eine neue Laufzeit anfallen. Die Verfügbarkeit klärst du verbindlich beim Anbieter, eine erste Übersicht bekommst du im Tarifvergleich.

Habe ich ein Sonderkündigungsrecht beim Umzug?

Wenn der Anbieter die Leistung am neuen Wohnort nicht erbringen kann, besteht unter bestimmten Voraussetzungen ein Sonderkündigungsrecht. Kündige rechtzeitig und weise den Umzug nach. Hinweise zum richtigen Vorgehen findest du in der Anbieterwechsel-Checkliste.

Wie lange dauert ein neuer Anschluss?

Das hängt von der Technik ab. Bei vorhandener Leitung oft einige Tage bis wenige Wochen, bei Neubau oder Glasfaser-Hausanschluss deutlich länger. Frag nach einem verbindlichen Termin. Was du zur Verfügbarkeit wissen solltest, erklärt Verfügbarkeit prüfen: Tipps.

Kann ich meine Festnetznummer beim Umzug behalten?

Innerhalb desselben Ortsnetzes meist ja, in ein anderes Ortsnetz oft nicht. Prüfe das vor dem Umzug beim Anbieter. Der Ablauf einer Portierung steht im Ratgeber Festnetz-Rufnummernmitnahme.

Was mache ich, wenn am Einzugstag noch kein Internet da ist?

Nutze das Handy als Hotspot oder einen mobilen Router zur Überbrückung und frag beim Anbieter nach dem Schaltungsstand. Wenn Festnetz dauerhaft schwach ist, kann LTE oder 5G eine Alternative sein.

Muss ich den Router an der alten Adresse zurückgeben?

Bei Miet- oder Leihgeräten ja, meist innerhalb einer Frist nach Vertragsende oder Umzug. Bewahre den Einlieferungsbeleg auf. Mehr zu den Gerätetypen steht in Router: Kauf vs. Miete.

Sind die Angaben im Ratgeber verbindlich?

Nein. Zeiträume und Abläufe sind Orientierung, Preise und Verfügbarkeit sind unverbindlich. Verbindlich sind nur die Angaben des Anbieters. Tarife vergleichst du im Fuchs-DSL-Vergleich.